Dual-Aktivierung

Pferde sind Dichromaten und haben eine monokulare Sichtweise, zudem sind ihre Gehirnhälften nur schlecht miteinander verknüpft. Und jetzt?

Das Farbsehen eines Dichromaten lässt sich mit der Rot-Grün-Blindheit eines Menschen vergleichen. Sie können lediglich Blau und Gelb als Farbe erkennen, den Rest sehen sie Graustufen. Dass unsere Pferde anders sehen als wir, hat wohl jeder schon einmal feststellen müssen. Die Abschwitzdecke auf der Bande ist hierfür ein berühmtes Beispiel. Ihr reitet gefühlt zehnmal an der Decke vorbei, macht einen Handwechsel und das Pferd scheut, obwohl ihr ja bereits zehnmal daran vorbei geritten seid – das stimmt, aber nicht von dieser Seite! Auch, wenn das Pferd die Decke mit dem einen Auge zehnmal gesehen hat, ist es ihm auf der anderen Seite nicht bewusst, dass dort eine Decke hängt. Das lässt sich auf die monokulare Sichtweise zurückführen. Jedes Auge liefert völlig andere Bilder und Informationen in die jeweils gegenüberliegende Gehirnhälfte, die zu all dem noch schlecht miteinander kommunizieren.

 

Um die beiden Hirnhälften besser miteinander zu verknüpfen, arbeiten wir unsere Pferde in der Dual-Aktivierung. Durch die ständigen farblichen Rechts-Links-Reize wird die Übertragungsrate der Gehirnhälften gesteigert. 

Diese Erkenntnis in die Praxis umgesetzt beschert uns einen Parcours mit blau, gelben Gassen und Pylonen, der die klassischen Lektionen aus der Dressur für unsere Pferde sichtbar macht. Die Pferde arbeiten konzentrierter werden zum mitdenken angeregt und finden durch die Übungen in und über den Gassen ihre Balance. 

Die Dual-Aktivierung kann longiert, geritten oder vom Boden aus gefahren werden.

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