Philosophie

Das Pferd ist nach dem Hund des Menschen bester Freund. Sprüche wie „das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde“ signalisieren die enge Beziehung zu unseren Pferden. Früher musste das Pferd vor Pflug oder Wagen hart arbeiten und war im Kriegseinsatz ein wichtiger Partner. Seit einigen Jahrzehnten ist das anders. In unserer Gesellschaft dient das Pferd im Wesentlichen dem Sport und der Freizeitgestaltung. 

 

Doch obwohl das Pferd seit über 5000 Jahren domestiziert ist, sind seine artspezifischen Verhaltensweisen und die daraus resultierenden Bedürfnisse weitgehend unverändert geblieben. Mit drei Schlagworten lässt sich ihr typisches Verhalten beschreiben: Pferde sind Steppentiere, Herdentiere und Fluchttiere. 

 

Steppentier

Pferde sind/waren bekanntermaßen grasfressende Steppenbewohner. Sie deckten ihren täglichen Nährstoffbedarf über lange Fressdauern mit energiearmer und rohfaserreicher Nahrung. Es ist also nicht „Verfressenheit“, sondern ein angeborenes Verhalten, wenn auch unsere Hauspferde das Bedürfnis haben, etwa 15 Stunden am Tag Nahrung aufzunehmen. Die Nahrungsaufnahme bestimmt ebenfalls ihr Bewegungsverhalten, dass durch ein stets Vorwärtsgehen geprägt ist. Aus diesem Grund haben auch unsere heutigen Pferde einen täglichen vielstündigen Bewegungsbedarf in einer ruhigen Gangart. Steppentiere sind auch große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht gewohnt und verfügen über eine herausragende Thermoregulation. Pferde verkraften heute nach wie vor Hitze und Kälte sowie Temperaturunterschiede besser als alle anderen Haustiere. 

 

Herdentier

Für Fluchttiere und wehrlose Pflanzenfresser überwiegen in der offenen Landschaft die Vorteile der Gemeinschaft, denn mehrere Augen- und Ohrenpaare sehen und hören mehr als die eines einzelnen Pferdes. Nur in der Gruppe kann das einzelne Pferd seinen Bedürfnissen in ausreichendem Maße nachgehen ohne ständig „auf der Hut" zu sein. Auch unsere Hauspferde fühlen sich nur sicher, wenn sie engen Kontakt zu ihren Artgenossen haben.

 

Fluchttier

Die beste Verteidigung des Pferdes vor Feinden ist und war die Flucht. Beine, Körperfunktionen und Sinnesorgane des Pferdes sind auf die Flucht ausgelegt. Je früher es den Feind bemerkte und fliehen konnte, desto besser waren seine Überlebenschancen in der Wildnis. Die Flucht ist auch heute noch die erste Reaktion auf Angst, Schreck und Bedrohung. Als Pferdehalter sollte man sich deshalb stets vor Augen halten, dass ein fliehendes Pferd Angst hat. Es dafür zu strafen wäre der falsche Weg, dies würde die Flucht nur steigern.

 

Pferdehaltung

Die oben genannten Eigenschaften haben einen großen Einfluss auf die Pferdehaltung. Es gibt die unterschiedlichsten Haltungskonzepte und jeder Pferdemensch möchte das Beste für sein Pferd.

Doch eines steht fest - Pferdehaltung ist immer ein Kompromiss! 

 

Wir greifen schon mit der Tatsache, dass wir uns ein Pferd halten in seine Natur ein. Es ist aber auch immer ein Kompromiss zwischen den Bedürfnissen des Pferdes, den Bedürfnissen seines Halters, des Stallbesitzers und der behördlichen Vorgaben. Je nachdem wie das Pferd geprägt ist und welche Erfahrungen es in seinem Leben gemacht hat, ist die Haltung ganz individuell für jedes einzelne Tier zu betrachten.

Wir arbeiten nach bestem Wissen und Gewissen und handeln nach unseren Möglichkeiten an unserem Standort, das bestmögliche Haltungsangebot für Tier und Mensch zu schaffen. Dabei steht das Wohl der Vierbeiner an erster Stelle. 

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